Suchmaschinenmarkt fühlbar verunsichert

Vielerorts wurde schon von der geplanten (erhofften/bedauertern/..?) übernahme von Yahoo durch Microsoft berichtet (zu empfehlen hierzu u.a. Netzwelt, ..)

Reaktionen dazu gab es ebenfalls bereits, zunächst von Google, danach von Microsoft als Gegenreaktion auf vorherige. Einzig Yahoo hält sich bisher vornehmlich bedeckt.

Google unterstellt dabei Microsoft, durch den Kauf von Yahoo ähnliche Monopolstrukturen im Web aufbauen zu wollen, wie unter den Betriebssystemen. Weitere Bedenken seien in den Bereichen E-Mail und Instant Messaging. Microsoft konterte anschließend mit Googles Quasimonopol in den Bereichen Online-Werbung und Suchanfragen.

Aber gehen wir mal ein Schritt zurück, beobachten und fassen zusammen was eigentlich wirklich los ist…

  • Yahoo kriselt, es gibt Verluste und man will Entlassungen vornehmen (Golem). In Wirklichkeit kann man von Verlusten natürlich nicht reden, das Ergebniss ist nur nicht so positiv wie noch ein Jahr zuvor. Aber gut, als logische Konsequenz müssen Kosten eingesparrt werden.
  • Microsoft, die Nummer 3 auf dem Suchmaschinenmarkt wittert endlich (s)eine Chance und gibt ein großzügiges Kaufangebot ab (62% über Wert).
  • Das Netz und die Blogosphäre überschlagen sich mit Meldungen über Sinn und Unsinn einer solchen Vereinigung.
  • Angeblich gibt es noch weitere Firmen, die Interesse an einer Übernahme hätten (Rupert Murdoch). Ob da etwas wahres dran ist, kann man nicht beurteilen. Bisher liegt (zumindest öffentlich) nur das Angebot von Microsoft vor. Alle weiteren Angebote sind möglicherweise nur Gerüchte schlauer Analysten, um den ein oder anderen Börsenkurs in die Höhe zu treiben – vielleicht aber auch nicht (siehe auch Infoweek, Vallywag).
  • Nun würde Google Yahoo seine Hilfe “in jeder Hinsicht” anbieten (siehe auch Wall Street Journal, derStandard), natürlich nur wieder laut “informierter Kreise”.
  • Trotzdem würde es ins Bild der ersten Pressemitteilung von Google passen, die damit eine Menge Hebel in Bewegung setzen, um eine Übernahme von Yahoo durch Microsoft zu verhindern.

  • Daraus schlussfolgert man folgende logischen Konsequenzen
    a) Suchmaschinen haben auch schon mal bessere Zeiten erlebt (sogar Urgesteine wie Yahoo)
    b) Google hat Angst (nein Microsoft, ich will nicht das Du Yahoo kaufst)

    Addiert man diese beiden ergibt sich
    c) Der Suchmaschinenmarkt hat seinen Zenith überschritten (die großen Jungs wissen das und müssen was unternehmen)

    Läßt sich diese Schlussfolgerung durch andere Ergebnisse erhärten?
    I) Denk mal nach, wieviele primäre Informationsquellen hast Du jetzt und wieviele noch vor ca. 1.5 bis 2 Jahren?
    II) Ist es doch durchaus vorstellbar, das mehr Internetnutzer sich mit Freunden in Social Communities beschäftigen, als auf der Suche nach noch mehr “Datenmüll”.
    III) Hat sich das Nutzerverhalten nicht auch verändert? Wissen die (mittlerweile) erfahren Nutzer nicht schon, wo sie bestimmte Informationen finden können, anstatt einfach mal blind danach zu suchen und eine Suchmaschine zu befragen?

    Angenommen das stimmt alles, was passiert dann in der Zukunft?
    Erstmal gar nicht so viel. Es wird ein paar Umverteilung von Einnahmen geben, etwas weniger für Suchmaschinenbetreiber und etwas mehr für Communities und spezialisierten Informationsanbietern. Damit einhergehend wird die Glaubwürdigkeit einer Internetseite, beurteilt in Foren, Blogs und Vergleichsportalen eine zunehmende Rolle spielen. Also eigentlich alles was wir jetzt auch schon beobachten können.

    Später dann wird es versuche seitens der Suchmaschinenbetrieber geben “Eierlegende Wollmilchsäue” zu etablieren, um die Nutzer wieder zurück holen. Wie die Erfahrung zeigte, werden diese Projekte meist jedoch nur mäßigen Erfolg haben. Stattdessen werden die LoveMarks solange sie keine bösen Schnitzer machen oder von noch “cooleren” abgelöst werden, sich langfristig am Markt etablieren können. Suchmaschinen dagegen haben es als gefühlter austauschbarer Dienstleister zunehmender schwerer mit Trends mithalten zu können. Natürlich sind sie immer noch da, aber sie werden mehr und mehr zur zweiten Wahl.

    Konklusio
    Entweder muss es mal wieder einen ordentlichen Vorschub geben in der Suchtechnologie (z.B. durch Semantik) oder Suchmaschinen werden einfach uninteressanter, fallen im Nutzerverhalten ab und versuchen mit allen mitteln sich zu behaupten (ist das nicht schon so?).

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    Kommentare

    Bastin - detektei-deutschland.com  26.Feb 2008 - 15:23

    Die Suchmaschinen arbeiten immer noch nicht Anwenderfreundlich. Die eingegebenen Sucheworte und Sätze bringen nicht gezielt das, was der User eigentlich finden will – sondern nur zuerst gut plazierte Webkataloge o.ä.!
    Somit sind wir wirklich noch im Mittelalter!

    Außerdem: Wer viel Geld hat – kann sich seine Position erkaufen und somit bestimmen, was und wo man im Internet in den besten Positionen findet!

    Herbert - blog.suedtirol-reisen.com  09.Feb 2008 - 12:23

    Ich glaube nicht, dass der Suchmaschinenmarkt seinen Zenith erreicht hat. Wir stehen eher “irgendwo im Suchmaschinenmittelalter”.

    Yahoo hat sich in den letzten Jahren zu sehr verzettelt und muss dringend Personal abbauen (oder den Laden an Microsoft verkaufen)

    Es ist und bleibt jedenfalls spannend.

    Ronny - one3p.de  06.Feb 2008 - 07:25

    Ich denke nicht dass das Ende der Suchmaschinen nun bevorsteht. Sicherlich gibt es neue Ansätze im Suchverhalten und der Informatonsbechaffung der Nutzer, doch gerade die “großen” Suchmaschinen stellen sich bereits darauf. Beispielehaft –> Google Blog Search …

    Da Blogs oft untereinander verlinken, sollte man sie nicht als Individuum betrachten, sondern als “DIE” Community. Mit der Blogsuche stellt Google demnach Informationen bereit, die “die Community” publiziert… (BEISPIEL)

    Gruß
    Ronny

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